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Blaualgen im Aquarium erkennen und bekämpfen

Allgemeine Infos zu Algen aller Art findest du in unserem Artikel "Algen und Algenbekämpfung im Aquarium". Hier geht es speziell um Blaualgen aka Cyanos aka Cyanobakterien.

Wie erkennst du Blaualgen?

Blaualgen sind einzellige Bakterien, die Photosynthesefarbstoffe enthalten, darunter häufig das blaugrüne Phycocyanin. Andere Cyanobakterien sind nicht blaugrün, sondern leuchtend rot bis violett oder sogar lila - das bewirkt der Photosynthesefarbstoff Phycoerythrin.

Blaualgen bilden im Aquarium gerne zusammenhängende Filme, die den Bodengrund, die Deko oder die Pflanzen überziehen. Wenn du mit diese Beläge zwischen den Fingern zerreibst, riechst du den typischen unangenehm faulig-fischigen Geruch. Achtung - der haftet, bekommt man auch mit Seife nicht gut weg. Weil Blaualgen giftig sein können, bitte trotzdem immer unbedingt Hände waschen, wenn du damit Kontakt mit Blaualgen hattest!

Blaualgen betreiben unter Licht Photosynthese, die Filme sind deshalb häufig dicht an dicht mit winzigen Sauerstoffbläschen besetzt.

Einige Blaualgen sind giftig, andere (Spirulina zum Beispiel) sind wertvolles Futter für alle möglichen Aquarientiere.

Warum entstehen Blaualgen im Aquarium?

Blaualgen nutzen Extreme für sich. Das kann entweder ein krasser Nährstoffüberschuss sein (vor allem Phosphat steht hier im Verdacht), ein Temperatursprung, die Abwesenheit von Nährstoffen und dadurch stockendes Pflanzenwachstum oder aber eine schwache Konkurrenz durch andere Bakterien. Die Filterbakterien stehen eigentlich im Wettbewerb mit den Cyanos.

Wie kann ich einem Befall mit Blaualgen im Aquarium vorbeugen?

Wenn du die Mikroflora deines Aquarium stärkst, für gute Bedingungen für die Filterbakterien sorgst und deine Nährstoffversorgung im Becken ausgewogen hältst, kannst du den Cyanos das Leben sehr schwer machen.

Blaualgen im Aquarium ohne Chemie bekämpfen

Am besten wirkt eine Dunkelkur gegen Blaualgen:

  • Dazu machst du zuerst einen großen Wasserwechsel. Bei der Gelegenheit saugst du auch alle sichtbaren Blaualgenbeläge ab. Dann gibst du ein Präparat mit Filterbakterien ins Aquarium, damit sich eine Konkurrenz zu den Cyanobakterien ausbilden kann. Schalte nun auf jeden Fall deine CO2-Anlage ab.
  • Dann wird das Aquarium für 5-7 Tage komplett abgedunkelt. Schalte das Licht aus und hänge die Aquarienscheiben so mit einer Decke zu, dass wirklich kein Tageslicht einfallen kann. In dieser Zeit wird natürlich nicht gefüttert.
  • Am dritten Tag der Dunkelkur machst du einen großen Wasserwechsel, um abgestorbene Blaualgen zu entfernen, ebenso am letzten Tag. Dieser Wasserwechsel sollte gut und gerne 90% umfassen! Auch am darauffolgenden Tag wechselst du nochmals ebenso viel Wasser.
  • Danach solltest du dich unbedingt um die Nährstoffe im Aquarium kümmern und sie auf optimale Werte bringen, damit die Blaualgen nicht zurückkommen.
  • Nach dem letzten großen Wasserwechsel gibst du außerdem nochmals Filterbakterien zu.

Welche Tiere fressen Blaualgen?

Ob Blaualgen im Aquarium gefressen werden, lässt sich nicht gut vorhersagen. Es gibt hoch giftige Arten und auch sehr gut verträgliche wie zum Beispiel Spirulina. Weil man's nicht wissen kann, solltest du dich immer für eine Bekämpfung entscheiden. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass Spitzschlammschnecken der Art Lymnaea stagnalis total auf Blaualgen stehen und sie mit Vorliebe wegmampfen.

Blaualgen im Aquarium mit Chemie bekämpfen

Blaualgen kannst du mit Wasserstoffperoxid einnebeln. Dazu füllst du das Wasserstoffperoxid für den Söchting Oxydator einfach in eine Spritze und gehst damit gezielt an die Blaualgenfilme in deinem Aquarium. Gegebenenfalls musst du dies öfter wiederholen. Als Bakterien sind Cyanos empfindlich gegen das Desinfektionsmittel Wasserstoffperoxid.

Auch Salicylsäure aus Weidenrinde oder Acetylsalicylsäure aus Aspirin hat antibakteriell wirkende Eigenschaften und kann daher nicht nur gegen Fadenalgen, sondern auch gegen Blaualgen eingesetzt werden. Dazu nimmst du 2 bis 3 Streifen 2 cm breite und 5 cm lange Streifen Weidenrinde je 50 Liter Aquarienwasser beziehungsweise 1 mg Acetylsalicylsäure pro Liter Aquarienwasser. Mit der Dosierung kannst du auch höher gehen, wenn sie nicht hilft. Bis zur doppelten Menge oder sogar noch darüber ist das unbedenklich.