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Laub für Garnelen, Schnecken, Krebse und Krabben im Aquarium

In der Natur leben unsere Wirbellosen sehr häufig in Gegenden, in denen viel Laub im Wasser landet. Stellenweise liegen in den Habitaten regelrechte Laubhaufen in den Gewässern, und dort findet man oft auch die Wirbellosen - Garnelen, Krebse und Krabben lieben Laub, und auch Schnecken sitzen gerne auf den abgefallenen Blättern.

Was bewirkt Laub im Aquarium?

Die nützlichen Eigenschaften von Laub im Aquarium sind sehr vielseitig. Dabei ist es wichtig, zwischen grünem und braunem Laub zu unterscheiden. 

Wer profitiert überhaupt von Laub im Aquarium? Gefressen wird es von

  • Garnelen
  • Schnecken
  • Krebsen
  • Zwergkrebsen
  • Krabben
  • raspelnden Welsen

Viele andere Zierfische nutzen Laub übrigens wie unsere Wirbellosen gerne als Versteckplatz.

Grünes oder braunes Laub? Was ist mit buntem Herbstlaub?

Im grünen Laub produziert der Baum Zuckerstoffe durch Photosynthese. Diese sind daher in grünem Laub in hohem Maße vorhanden. Im Herbst entzieht der Baum seinen Blättern Wasser und Nährstoffe - deshalb wird älteres Herbstlaub braun und trocken. Braunes Laub hat einen relativ geringen Nährstoffanteil und kann deshalb ohne Probleme im Aquarium gelassen werden, bis es aufgefressen ist.

Grünes Laub dagegen enthält je nach Baumart sehr viel Zucker und sollte daher nur in Maßen verfüttert werden. Davon gibst du am besten nur so viel, wie deine Garnelen, Krebse und Schnecken in wenigen Stunden bis maximal einem Tag bewältigen können - alles andere füttert nur die Bakterien und drückt die Keimzahl in die Höhe. Zu viele Nährstoffe im Wasser können zu Bakterienblüten und dadurch zu Sauerstoffknappheit führen, also sollte man an der Stelle nicht leichtsinnig werden.

Auch buntes Herbstlaub enthält noch Restzucker, daher gilt hier dasselbe wie für grünes Laub. Nur vollständig braunes Herbstlaub ist im Aquarium vollkommen unbedenklich.

Laub als "Wasseraufbereiter"

Beim Zerfall der Blätter werden Gerbstoffe und teilweise auch Huminstoffe freigesetzt, die das Wasser leicht ansäuern und weicher machen. Diese Stoffe können Garnelen, Krebsen und Krabben bei der Häutung helfen, sie wirken leicht desinfizierend und senken die Keimdichte im Wasser.

Laub als Futter und Versteckplatz

Laub dient den Tieren und vor allem den Wirbellosen im Wasser nicht nur als natürlicher Versteckplatz, sondern auch als Futtervorrat. Dabei fressen Krebse und Krabben auch das frisch ins Wasser gefallene Laub selbst. Mangrovenkrabben zum Beispiel schleppen ganze Blätter in ihre Bauten, die sie dann dort in den Tunneln geschützt vertilgen. Garnelen und die meisten Wasserschnecken weiden zunächst die Biofilme ab, die sich auf den Blättern bilden. Das Blattgewebe selbst fressen sie erst, wenn es durch die Tätigkeit der Bakterien in den Biofilmen mürbe geworden ist - oft ist braunes Herbstlaub erst einmal zu hart.

Laub verwertbar machen und Laub richtig ins Aquarium geben

Im Aquarium kannst du die Verwertung der Blätter beschleunigen, indem du das Laub kurz (!) mit heißem Wasser überbrühst. Dadurch werden die Zellstrukturen aufgebrochen, und das Laub wird schneller verwertbar. Auch gehen die Blätter so direkt unter.

Du kannst Laub auch entsprechend länger in einem Extragefäß vorwässern, riskierst dann aber natürlich, dass wertvolle Gerbstoffe und Huminstoffe ausgeschwemmt werden - das Vorwässern ist also vorwiegend dann interessant, wenn du das Laub rein als Futtermittel nutzen möchtest.

Notwendig sind diese Maßnahmen nicht zwingend. Durch das Überbrühen schwemmst du nützliche Inhaltsstoffe aus, durch das Vorwässern ebenfalls. Wenn es dich nicht stört, kannst du auch einfach die trockenen Blätter auf die Wasseroberfläche legen. Sie saugen sich mit der Zeit voll und gehen dann von alleine unter. Wenn du sie dabei etwas zerbröselst, geht das schneller, und die Stückchen verteilen sich etwas besser im Aquarium, sodass auch Garnelen oder Krebse etwas finden, die etwas versteckter sitzen.

Laub selbst sammlen

Wenn du nicht gerade mitten in einem großen Ballungsraum mit hoher Luftverschmutzung oder in intensiv landwirtschaflich genutzten Gebieten sammelst, in denen mit Pestiziden gearbeitet wird, kannst du Laub auch selbst sammeln. Achte darauf, dass du nicht auf fremde Grundstücke gehst und nicht in Naturschutzgebiet sammelst. Im übrigen gilt in Deutschland die Handstraußregel, wonach du jederzeit so viel aus der Natur entnehmen darfst, wie du für den Eigenbedarf brauchst.

Sammle nicht direkt an Straßen oder gespritzten Feldern, sondern besser etwas ab vom Schuss. Du kannst braunes Laub vom Baum pflücken oder vom Boden auflesen. Selbst wenn da mal ein Fuchs drübergepinkelt haben sollte, ist der Harnstoff von der Menge her im Aquarium absolut unbedenklich!

Wann wird Laub gesammelt?

Die Sammelsaison für Herbstlaub beginnt - na klar, im Herbst. Warte, bis die Blätter wirklich ganz trocken und braun sind. Du kannst Herbstlaub übrigens an geschützten Lagen bis weit in den nächsten Sommer vom Boden sammeln - etwas abwaschen kann dann nicht schaden, ehe das Laub ins Aquarium kommt. Manche Bäume wie die Hainbuche werfen ihr braunes Laub erst spät im nächsten Frühjahr ab, dieses Herbstlaub kannst du natürlich auch vom Baum zupfen.

Grünes Laub wird erst gesammelt, wenn die Blätter voll ausgehärtet sind. Junge Blätter sind in der Regel heller als reifes Sommerlaub.

Laub trocknen und richtig lagern

Das Laub sollte für die Lagerung vollständig trocken sein. Grünes Laub hängst du an einem luftigen, schattigen Platz zum Trocknen auf. Wenn das gesammelte braune Laub feucht ist, breitest du es einfach auf einem Laken oder Handtuch im Zimmer aus und lässt es vollends durchtrocknen.

Gelagert wird das vollständig trockene Laub am besten in einem Karton oder in einer Tüte aus Papier. Weil die Blätter immer noch Restfeuchte enthalten können, können sie dir in Plastikbehältern verschimmeln.

Laubsorten und ihre Eigenschaften

Das grüne Laub mancher Bäume hat positive Eigenschaften, die über den üblichen Futterzweck hinausgehen. Maulbeerblätter bringen zum Beispiel besonders viel Eiweiß und Beta-Carotin für gutes Wachstum und schöne Ausfärbungen mit, Walnusslaub hat antibakterielle und fungizide Eigenschaften und kann sogar bei Garnelenkrankheiten mit Erfolg eingesetzt werden. Birkenlaub sagt man pilzhemmende Wirkungen nach, ebenso grünem Erlenlaub. Weidenlaub dagegen kann sogar gegen Fadenalgen Verwendung finden, die enthaltene Salicylsäure mögen die lästigen Algen nämlich gar nicht.

Sehr gutes Futter sind grüne getrocknete Blätter von verschiedenen Obstbäumen wie Kirsche, Apfel, Birne, Zwetschge / Pflaume und Quitte - immer vorausgesetzt, diese Bäume wurden nicht gespritzt! Auch grün getrocknete Haselnussblätter, Brombeerblätter und Himbeerblätter sind exzellentes Garnelenfutter, ebenso wie Kastanie, Esskastanie / Marone, Pappel und Espenlaub.

Was braunes Herbstlaub angeht - hier kannst du im Prinzip das Laub aller heimischen Laubbäume im Aquarium verwenden. Achtung, viele Sträucher sind giftig, halt dich wirklich an die Bäume! Das Laub der Eiche und der Roteiche wird etwas weniger gut gefressen als Buchenlaub, weil es härter ist. Dafür bleibt es länger im Wasser und kann dort seine positiven Eigenschaften gut entfalten. Sehr gut gefressen wird auch das sehr dünne ganz braune Herbstlaub der Magnolie (obwohl kein heimischer Baum).

Laub von Bäumen, die lange intensiv rot gefärbt sind (wie zum Beispiel Ahorn) hat in verschiedenen Aquarien schon Ärger gemacht. Das harte, wachsartige Laub der Platane wird nur sehr schlecht gefressen, weil es lange braucht, bis es fressbar ist - deshalb solltest du hier eventuell auf andere Laubarten ausweichen.

Wer es lieber exotisch mag, kann natürlich immer auf Seemandelbaumblätter ausweichen. Sie geben zunächst viele Gerbstoffe und Huminstoffe ab und werden später zu einem sehr guten, ballaststoffreichen Futter für Garnelen, Krebse, Schnecken, Krabben und raspelnde Welse.