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Was ist ein Biotop-Aquarium?

Der Name Biotop-Aquarium ist ein bisschen irreführend, weil ja schließlich jedes Aquarium ein Biotop darstellt - ein künstlich geschaffenes, aber es folgt den natürlichen Gesetzgebungen der Biologie. Beim Biotopaquarium allerdings orientiert man sich in der Aquaristik stark an den Gegebenheiten in den natürlichen Habitaten der Tiere, die man pflegen will.

Worauf kommt es beim Biotopaquarium an?

So werden zum Beispiel nur Tiere und Pflanzen aus einem Herkunftsland gepflegt, bei besonders strenger Auslegung sogar nur Tiere und Pflanzen, die auch tatsächlich in einem Habitat zusammen vorkommen.

Man versucht im Biotop-Aquarium aber nicht nur, die Einrichtung möglichst auf die Bedürfnisse der tierischen und pflanzlichen Bewohner abzustimmen, sondern auch die Wasserqualität.

Natürlich muss man beim Biotopaquarium trotzdem genau hingucken und sollte im begrenzten Raum des Aquariums zum Beispiel keinen großen Raubfisch mit kleinen Fischen wie Salmlern vergesellschaften, selbst wenn die in der Natur im selben Bach paddeln. Im Aquarium hätten die kleinen Fische (gilt auch für Garnelen) extremen Stress und würden schlicht gefressen. Fingerspitzengefühl und ein bisschen Mitdenken bei der Besatzwahl ist also definitiv gefragt.

Grundsätzlich zeigen die Fische und teils auch die Wirbellosen im Biotop-Aquarium ein deutlich größeres Verhaltensspektrum als in einem nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Gesellschaftsaquarium. Sie fühlen sich wohler, wirken deutlich agiler und gesünder, sind besser gefärbt, eventuell vermehren sie sich sogar.

Ist das Naturaquarium (NA) ein Biotopaquarium?

Das Naturaquarium von Takashi Amano ist ausdrücklich kein Biotop-Aquarium, weil hier teils fröhlich gemischt wird: Hier verwendet man meist Pflanzen von unterschiedlichen Kontinenten und Fische, die sich in der Natur garantiert niemals begegnen würden - was nicht schlimm ist, aber eben nicht der Definition eines Biotopaquariums im strengen Sinne entspricht.

Beim Naturaquarium werden teilweise auch Szenerien aus der Natur über Wasser nachgestellt, nicht nur Unterwasserlandschaften. Ein Biotopaquarium dagegen versucht immer, das natürliche Biotop der Tiere möglichst genau abzubilden.

Welche Biotope sind möglich und wie muss ein Biotopaquarium beschaffen sein?

Optimal wird dein Aquarienlayout, wenn du dir vor der Planung und Einrichtung möglichst viele Unterwasserfotos und Videos von Biotopen in der jeweiligen Region anschaust. Dank Internet und Google ist das heute ja glücklicherweise recht einfach geworden.

Was braucht man für ein Biotopaquarium?

Die Aquarientechnik im Biotopaquarium unterscheidet sich nicht von der üblichen Aquarientechnik - Licht, Filter und gegebenenfalls eine Heizung sind auch hier am Start. Ansonsten brauchst du noch je nach dem Biotop, das du nachbauen willst, Laub, Wurzeln, Äste, Steine und natürlich Wasserpflanzen.

Wie groß muss das Biotopaquarium sein?

Beim Biotopaquarium bist du nicht an die Aquariengröße gebunden - auch in einem Nanobecken kannst du zum Beispiel für Garnelen ein nettes kleines Biotop einrichten. Die Aquariengröße muss immer so gewählt werden, dass die Fische oder Garnelen mit dem meisten Platzbedarf der Maßstab sind.

Biotopaquarien nach geografischen Gesichtspunkten

Am einfachsten ist es, ein Biotopaquarium nach gegrafischen Aspekten einzurichten. Du kannst dir hierfür im Netz genau die Wirbellosen, Fische und Pflanzen aussuchen, die in der von dir gewünschten Erdgegend vorkommen.

Das Asienbecken


Bepflanzte Asienbecken bieten sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Viele asiatische Fische wie Bärblinge und Co. leben auch in der Natur in stark verkrauteten Bereichen und freuen sich auch im Aquarium über viele Pflanzen.

Sehr beliebt sind grade in der Garnelenszene die Asienbecken - immerhin kommen unsere kleinen Krabbler aus diesem Erdteil, die meisten aus China. Ein echtes Garnelen-Biotop-Aquarium ist allerdings eine ziemlich langweilige Geschichte, bei Bienengarnelen in den Bächen gibt es ja zum Beispiel außer etwas Algenbelag und viel Laub am Boden zwischen den Steinen weiters nichts an Pflanzen oder Deko. Hier bieten sich Kompromisse an - etwas asiatisches Moos, eine schöne Buce, ... damit bleibst du mit deiner Gestaltung wenigstens auf dem Kontinent, und es sieht trotzdem cool aus.

Eine Sonderform des Asienbeckens ist ein Aquarium für Sulawesigarnelen aus dem Malili-Seensystem. Bei Kardinalsgarnelen und Co. orientiert man sich schon seit jeher stark an den natürlichen Gegebenheiten im Biotop - Felsen und Steinaufbauten mit viel feinem Algenaufwuchs und ohne Pflanzen. Diese würden die benötigten hohen Wassertemperaturen ja ohnehin nicht überleben.

Das Südamerikabecken

Aus dem Amazonasgebiet kommen extrem viele Fische und auch Wasserpflanzen zu uns, von daher kannst du beim Thema Südamerika-Aquarium aus dem Vollen schöpfen. Hier gibt es so viele unterschiedliche Habitate und Biotope, dass du gestalterisch aus dem Vollen schöpfen kannst.

Eindrucksvolle Biotopaquarien für Skalare mit viel Treibholz und feinen Ästen mit Schwarzwasser und dezenter Beleuchtung wirken geheimnisvoll und sehr natürlich, während Aquarien für Welse mit Unterständen und Felshöhlen die tieferen Bereiche der südamerikanischen Flüsse nachstellen. Dicht bepflanzte Aquarien, die einen Ausschnitt aus gut bewachsenen Uferzonen für Salmler und andere kleinere Fische nachstellen, bieten viel Grün fürs Auge.

Das Afrikabecken

Auch in Afrika wird ein Biotopaquarianer gestalterisch fündig - nicht alle Afrikabecken sind zwingend auch Cichlidenaquarien (wobei man diese wirklich sehr oft sieht, immerhin bieten die bunten Buntbarsche sehr viel fürs Auge). In fantasievoller eingerichteten Afrika-Aquarien finden sich Uferzonen mit Treibholz, das mit Anubias oder Kongofarnen bepflanzt werden kann. Diese Aufsitzerpflanzen kannst du teils unter, aber auch aus dem Wasser heraus wachsen lassen.

Du kannst dicht bepflanzte Kongoaquarien gestalten oder dich an den eher pflanzenlosen Tanganjika- oder Malawibiotopen mit eindrucksvollen Steinaufbauten austoben. Die Sandzone der Grabenbruch-Seen bietet dabei nochmals völlig andere Aspekte und Gestaltungsmöglichkeiten als das Littoral oder die Felszone. 


Die etwas anderen Biotopaquarien

Kommen wir zu spezifischen Stilrichtungen, die du mit den oben genannten geografischen Biotop-Aquarien kombinieren kannst. Hier wird ein ganz spezielles Biotop nachgebaut.

Das Bachaquarium

Ein Bachaquarium hat im Idealfall einen besonderen Aufbau: Hier arbeitet man häufig mit einem doppelten Boden - unten wird das Wasser zurückgeführt und oben mit einem starken Filter oder einer starken Strömungspumpe in einer gerichteten Strömung über Steine und durch Felsbrocken hindurch geführt. Du kannst die Strömung aber natürlich auch so lenken, dass sie auf der einen Aquarienseite "bachabwärts" und zum Beispiel auf der Aquarienrückseite "bachaufwärts" führt - das ist nicht ganz so naturnah, aber du brauchst kein spezielles Bach-Aquarium dafür anzuschaffen. Wichtig ist die Einrichtung und natürlich die wirklich starke Wasserströmung.

Ein Bachaquarium hat häufig auch einen Überwasserteil, der gut bepflanzt werden kann. Kombiniert mit einem Asienbiotop wird daraus zum Beispiel ein optimales Habitat für Schmerlen und andere strömungsliebende Fische vom asiatischen Kontinent, kombiniert mit einem Südamerikabiotop kannst du so ein perfektes Habitat für bestimmte Welsarten schaffen, die auch in der Natur an eine sehr starke Strömung angepasst sind - und so weiter.

Der Pond Style

Ein Aquascape im Pond Style ist eher flach und bildet oft einen Teich mit Uferteil nach. Hierfür verwendet man - wenn man's gerne ganz klassisch gestalten möchte - japanische Teichpflanzen und Sumpfpflanzen sowie Fische aus Japan, die von der Größe her ins Aquarium passen. Kleinere Pond Style Aquarien bieten sich für die Garnelenhaltung an.