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Falscher Garnelenschimmel aka Garnelenalge aka Systemische Mykose

Du schaust in dein Aquarium und freust dich, weil du denkst, deine Garnele hat Eier ... aber irgendwas ist komisch. Die "Eier" sind irgendwie gar nicht rund, sondern eher fein fusselig und eher etwas länglich? Das ist leider keine tragende Garnelenmama, sondern eine Garnele, die einen Sekundärparasiten spazieren trägt - Cladogonium ogishimae, eine eigentlich farblose parasitäre Alge mit hellgelben, gelbgrünen bis olivgrünen Sporenbehältern, die man bei fortgeschrittenem Befall als Fussel unter den Schimmbeinen hauptsächlich bei Neocaridina-Garnelen sehen kann.

War das nicht eigentlich eine systemische Mykose? Oder Ellobiopsidae?

Früher wurde dieses Phänomen fälschlicherweise von einer Tierärztlichen Hochschule als Pilzbefall diagnostiziert (und auf einigen Seiten hält sich die Bezeichnung "Systemische Mykose" oder "Garnelenschimmel" auch noch hartnäckig, was sie aber nicht richtiger macht ...). Dann dachte man eine Zeitlang, dass es sich um Ellobiopsidae handeln könnte, einen Organismus, der zwar ähnlich aussieht, aber erstens viel kleiner und zweitens nur aus dem Meerwasser bekannt ist. Vor allem auf englischsprachigen Seiten wird diese Bezeichnung (oder kurz "Ello") immer noch fast ausschließlich verwendet. Mittlerweile wissen wir dank verschiedener Untersuchungen, dass es sich hier um eine ganz besondere Alge aus Asien handelt, weshalb man den "Falschen Garnelenschimmel" auch als "Garnelenalge" bezeichnet.

Die Garnelenalge, oder Falscher Garnelenschimmel

Cladogonium ogishimae ist eine parasitäre Alge, die Garnelen nicht nur im Aquarium oder in Zuchtanlagen befällt. Sie wurde in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich beschrieben. Die Garnelenalge kommt in Japan in der Natur vor. Auch in weiteren Teilen Asiens findet man den Erreger, unter anderem sieht man Sulawesi-Garnelen oder verschiedene asiatische Macrobrachien mit den Zotteln unter dem Hinterleib. Sehr, sehr selten befallen die parasitären Algen auch Bienengarnelen oder anderen Caridina-Arten, in der Regel findet man die grünen bis gelben Fusseln jedoch an den Schwimmbeinen von Neocaridina-Garnelen. Der überwiegende Teil der Alge ist farblos und sitzt im Muskelgewebe, nur die Sporen sind farbig.

Worum handelt es sich bei der irrtümlich Systemische Mykose genannten Garnelenkrankheit?

Der Falsche Garnelenschimmel ist ein Sekundärparasit, der dann zuschlägt, wenn die Garnele schon aus anderen Gründen geschwächt ist. Dabei entwickelt sich ein farbloses, von außen nicht zu erkennendes Wurzelsystem im großen Hinterleibsmuskel der Garnele, der von der Alge angezapft wird. Sie ernährt sich von den Körpersäften der Krabbler. Die Garnelen sterben nicht unmittelbar an dem Befall mit dem Falschen Garnelenschimmel, jedoch schwächt der fälschlicherweise als Systemische Mykose angesprochene Parasit die Garnele mit der Zeit. Befallene Weibchen setzen keine Eier mehr an. Irgendwann ist das Tier durch den "Mitfresser" so geschwächt, dass es die nächste Häutung nicht mehr schafft. Bis dahin kann aber viel Zeit ins Land gehen, man merkt den Garnelen lange nicht an, dass ihnen der Parasit etwas ausmachen würde. Sie wirken soweit eigentlich munter und fressen normal.

Wie stecken sich Garnelen mit dem Falschen Garnelenschimmel an?

Die Zotteln unter dem Hinterleib (die ganz selten auch an anderen Körperstellen austreten können) enthalten Zoosporen, die als Energiequelle Chlorophyll nutzen (deshalb die Farbe) und die sich aktiv fortbewegen können, wenn sie reif sind. Teilweise liegen sie auch auf dem Boden und werden dann aufgenommen. Deshalb ist es möglich, dass auch andere Garnelen im gleichen Aquarium mit der Garnelenalge angesteckt werden. Bei sehr guten Haltungsbedingungen ist das Immunsystem der Tiere jedoch in der Regel fit genug, sodass sie die Infektion abwehren können. Ganz sicher stecken sich die Tiere mit dem Parasiten an, wenn sie gestorbene Garnelen mit der Garnelenalge anfressen und dabei eine große Menge an Sporen aufnehmen.

Falscher Garnelenschimmel als Sekundärparasit

Sehr oft siehst du den Falschen Garnelenschimmel an Garnelen, die eine stressige Situation hinter sich haben - das kann zum Beispiel ein Transport sein, oder eine Wasserumstellung, eine Futterumstellung, anderer Stress, ... besonders häufig sieht man einen Ausbruch der Garnelenalge bei importierten Garnelen - sie haben ja alles im Paket: Transport UND Wasserumstellung, und zwar mehrfach. Das liegt daran, dass die Garnelenalge oft in einer ganz geringen Menge vorhanden ist, das Immunsystem der Garnele aber noch gut damit fertig wird und Cladogonium ogishimae in Schach halten kann. Geht das Immunsystem nun aber durch Stress in die Knie, ist es möglich, dass die Krankheit ausbricht - und zwar schlagartig. Die Garnelen sehen dabei oft beim Versender noch gut aus, und beim Empfänger sieht man schon die ersten Fusseln an den Schwimmbeinen durchbrechen.

Was tun gegen den Falschen Garnelenschimmel?

Die gute Nachricht: Die Garnelenalge Cladogonium ogishimae bekommt man effektiv in den Griff - zunächst werden alle befallenen Tiere in ein Quarantäneaquarium ohne Bodengrund gesetzt. Hier saugt man den Boden täglich ab und macht regelmäßige Wasserwechsel, um möglichst die Sporen zu entfernen. Huminstoffe im Aquarium (zum Beispiel durch das GlasGarten LiquidHumin) können dabei helfen, die Vermehrung der Alge einzudämmen. Auch die in Erlenzapfen und Seemandelbaumblättern enthaltenen Humine und Tannine sind gut zur Unterstützung bei einem Befall geeignet.

Des weiteren gibt es mit Tima Balance ein spezielles Futter, das man zur effektiven Unterstützung bei der Bekämpfung der Garnelenalge geben kann. Es hilft der Garnele dabei, eine Schicht zwischen den Parasiten und den Sporen aufzubauen, die einen Ausbruch verhindern kann.

Ganz wichtig ist außerdem, das Aquarium ebenfalls zu behandeln, in dem die Garnelen saßen, die vom Falschen Garnelenschimmel betroffen waren. Auch hier saugst du gründlich den Boden ab, um Sporen zu entfernen, und machst einen großen Wasserwechsel. Das Spezialfutter Tima Balance kannst du auch gesund erscheinenden Garnelen verabreichen. Wenn erst Sporen sichtbar sind, ist der Befall nämlich schon ziemlich weit fortgeschritten. Auch das zusätzliche Verfüttern von ShrimpFit von GlasGarten (einem Zusatzfutter, das das Immunsystem der Garnelen unterstützen kann), kann sich positiv auf den restlichen Besatz auswirken, sodass sich die Garnelenalge im Aquarium nicht weiter ausbreitet und den Rest der Garnelengruppe verschont.