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Orangener Zwergflusskrebs - CPO

Herkunft und Entstehung

Der orangene Zwergkrebs ist am besten als CPO bekannt, eine Abkürzung seines wissenschaftlichen Namens Cambarellus patzcuarensis „orange“. Die orangene Farbform trat zum ersten Mal im Aquarium des holländischen Züchters Juan Carlos Merino auf - passend, weil für Niederländer die Farbe Orange als Nationalfarbe beziehungsweise als Farbe ihres Königshauses von besonderer Bedeutung ist.

Der CPO ist eine Farbform von Cambarellus patzcuarensis, einem relativ unscheinbar graubraun bis dunkelbraun gemusterten Krebs, der seine Heimat im Patzcuaro-See und den umliegenden Bächen und Flüssen hat. Dieser See liegt im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Ein paar Nachkommen der Wildfänge von dort zeigten die wunderschöne orangene Ausfärbung und wurden von ihrem Entdecker gezielt weitergezüchtet. Es handelt sich hierbei um eine Mutation, bei der nur noch rote und gelbe Farbpigmente vorkommen.

Der Mexikanische Zwergkrebs Cambarellus patzcuarensis lebt in seinem Habitat im See und in den Fließgewässern drum herum eher am kühleren und ziemlich schlammigen Boden oder in den Pflanzenbeständen nahe am Ufer.

Der kleine Zwergkrebs ist leider eher kurzlebig - die Tiere werden nur ungefähr 18 bis 24 Monate alt. Zum Ausgleich werden sie aber schon im zarten Alter von 3-4 Monaten geschlechtsreif und vermehren sich bei passenden Bedingungen im Aquarium recht gut.

Wasserwerte

Der Patzcuaro-See hat je nach Jahreszeit um die 15 bis 25 °C - in den flachen Uferbereichen, in denen die Krebse gerne hocken, ist das Wasser eher etwas wärmer, am Boden dagegen etwas kühler. Im Aquarium kommt der CPO mit 20-26 °C bestens klar. Im See ist der pH-Wert mit 7 bis 9 doch recht hoch. Im Aquarium hat sich der CPO als recht anpassungsfähiger kleiner Zwergkrebs herausgestellt. Wir empfehlen eine Haltung bei einer Gesamthärte (GH) von 12-25°dH, einer Karbonathärte (KH) von 6-15°dH respektive einem Leitwert von 450-850µS.

Wichtig ist ein möglichst niedriger Silikatgehalt im Wasser - Silikate werden mit Problemen bei der Brut in Verbindung gebracht - es besteht der Verdacht, dass Silikat im Wasser Laichverpilzungen bei tragenden Zwergkrebs-Weibchen begünstigen können.

Farbe und Muster

Während die Naturform Cambarellus patzcuarensis recht unscheinbar und im Habitat gut getarnt daherkommt, überrascht der CPO immer wieder mit seinem blass bis strahlend orangenen Farbkleid.

In der Natur findet sich sowohl eine marmorierte wie auch eine hell und dunkel braun gestreifte Form - und der CPO macht das direkt nach. Auch hier gibt es Tiere mit hellen und dunklen orangefarbenen Flecken oder auffälligen Streifen.

Der Orangene Zwergflusskrebs wird - ohne Scheren gemessen - 4 bis 5 cm lang. Die Weibchen werden etwas größer als die männlichen Zwergkrebse.

Haltungsempfehlungen

Der orangene Zwergflusskrebs Cambarellus patzcuarensis var. "orange" ist in Aquarien ab 50 Litern gut aufgehoben - wie bei allen Krebsen ist die Grundfläche dabei wichtiger als die Höhe. Schwimmraum brauchen die Bodenbewohner nicht, wohl aber gute Strukturen durch Wurzeln und Steine, auf denen die kleinen Kneifer sitzen und klettern können und Verstecke in Form von Höhlen und Laubblättern. Verstecke sind vor allem nach einer Häutung superwichtig. Gut geeignet sind hinten und vorne offene Höhlen. Kommt hier ungebetener Besuch vorbei, bleibt dem Krebschen ein Ausweg, und es sitzt nicht in der Falle.

Ein Aquarium für CPOs kann gut bepflanzt werden, die kleinen Scherenritter knabbern weder am Grün noch buddeln sie es aus oder zwicken es ab. Selbst in einem mit entsprechender Struktur ausgestatteten Aquascape können sich CPOs wohlfühlen - vorausgesetzt, die Wasserwerte passen.

Auf dunklem Bodengrund strahlen die Farben des Orangenen Zwergflusskrebses richtig. Aktiver Soil, der den pH-Wert senkt, eignet sich nicht für die Haltung dieses kleinen Cambarellus - zu weiches Wasser kann zu Häutungsproblemen führen.

In einem gut strukturierten 60 cm langen Becken kann man ein Pärchen CPOs nebst ihrem Nachwuchs halten. Da der Orangefarbene Zwergkrebs eher einzelgängerisch unterwegs ist, spricht aber auch nichts gegen eine Einzelhaltung.

Eine Vergesellschaftung mit Fischen ist möglich, aber weil Krebse Charaktertiere sind, kommt es auf den Einzelfall an. Fische mit langen Flossen, Bodenbewohner oder Fische, die auf dem Boden schlafen, werden gerne mal gezwickt, schwächere oder sehr kleine Fische auch erbeutet - wenn der Krebs drankommt. Eine Haltung von CPOs mit oberflächenorientierten Fischen ist möglich.

Schnecken sehen sie dagegen hauptsächlich als Proteinquelle an, und auch die eine oder andere Garnele dürfte den Weg in den Magen der Zwergflusskrebse finden. Ein Artbecken ist sicherlich die beste Möglichkeit, die kleinen Krebse zu halten und zu züchten.

Vermehrung

CPOs lassen sich im Aquarium züchten, vorausgesetzt, das Pärchen harmoniert. Die Paarung erfolgt, wenn Männchen und Weibchen paarungsbereit sind. Die Weibchen signalisieren dies durch Ausstoßen von Pheromonen. Bei der Paarung selbst geht es eher rau zu, das Männchen hält das Weibchen mit den Scheren fest, und so liegen die beiden Bauchseite an Bauchseite im Aquarium.

War die Paarung erfolgreich, setzt das Weibchen bis zu 40 Eier an, das es für ca. 3-4 Wochen unter dem Hinterleib trägt. Befruchtete Eier sind dunkelgrau, unbefruchtete dagegen sind orange. Das Weibchen sortiert sie meist schnell aus, damit die "guten" Eier nicht verpilzen. Unterstützend kann man zwei oder drei Erlenzapfen ins CPO-Aquarium legen, um die Weibchen bei ihrer Brutpflegearbeit zu unterstützen und den Eiern einen zusätzlichen Schutz gegen Pilzbefall zu geben.

Wenn nach ungefähr vier bis sechs Wochen die 3 mm kleinen Jung-CPOs geschlüpft sind, hängen sie noch ein paar Tage unter dem Bauch ihrer Mutter ab. Erst danach wackeln sie langsam in ein selbstständiges Leben.

Um wachsen zu können, müssen die Jungkrebse sich sehr oft häuten, und sie sind deshalb ziemlich anfällig. Gerne sehen ihre Geschwisterchen sie dann nämlich als Proteinsnack - Kannibalismus kann bei der CPO-Zucht ein Problem sein. Verhindern lässt er sich nicht ganz, aber wenn man im Aufzuchtaquarium viele Verstecke anbietet, eine dicke Laubschicht, Röhren, Lochziegel und so weiter, erhöht sich die Überlebenschance der Jungtiere deutlich. Auch eine eher proteinreiche Fütterung dämpft den Hunger auf frisches Krebsfleisch.

Fütterung

Cambarellus patzcuarensis "orange" sind auch in der Natur kleine Proteinjunkies. Sie sollten auch im Aquarium etwa 3-4 Tage pro Woche mit eher proteinreichem Futter gefüttert werden - Lebendfutter wird gerne gejagt, aber auch Frostfutter oder spezielles Proteinfutter aus dem Handel ist eine gute Option.

Neben Proteinen brauchen mexikanische Zwergflusskrebse auch pflanzliches Futter: getrocknete Brennnessel, mal eine Erbse, Hokkaidokürbis oder ähnliches wird sehr gerne geknuspert. Als Dauer-Pflanzenfutter ist das schon erwähnte braune Laub optimal, man kann die Blätter im Aquarium lassen, bis sie gefressen werden.

Besonderheiten

Cambarellus patzcuarensis „orange“ aus Mittelamerika ist leider ein potentieller Träger der Krebspest, einem für alle nicht-amerikanischen Krebse sehr gefährlichen Schlauchpilz. CPOs dürfen deshalb weder in die freie Natur gesetzt werden, noch sollte man Wasser, Dekogegenstände oder Pflanzen aus einem Aquarium mit CPOs in ein Aquarium (oder ein Freigewässer) mit europäischen oder australischen, neuseeländischen oder asiatischen Krebsen einbringen.