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Utricularia Graminifolia - Grasartiger Wasserschlauch

Einleitung

Der Grasblättrige Wasserschlauch “Utricularia Graminifolia” ist überwiegend in Südostasien beheimatet. Vom Flachland bis ins Mittelgebirge findet man die Pflanze über- sowie unter Wasser, also emers sowie submers an verschiedenen Orten wie an Quellen, an Flussufern, auf überspülten Steinen und in Sümpfen. Die Pflanze ist in der Aquaristik überaus beliebt und bildet bei guten Bedingungen einen einzigartigen saftig, grünen Teppich.

Karnivor / Fleischfressend

Gefahr für Aquarienbewohner*Innen?

In der Natur ernährt sich Utricularia Graminifolia von Kleinstlebewesen. Diese werden in kleinen Fangblasen N den Blättern und am Rhizom zersetzt und dienen als Nahrungsquelle für die Pflanze. Für Garnelen- oder Fischaufzucht besteht hier jedoch keine Gefahr. Die Pflanzen findet in unseren Aquarien zum einen genügend Nährstoffe und zum anderen ist jegliche Nachzucht für die Verwertung durch die Pflanze zu groß.

Grundvoraussetzung

weiches Wasser

Wie alle karnivoren Pflanzen, egal ob über oder unter Wasser, mag auch der Wasserschlauch kein hartes Wasser. Insbesondere Kalk ist für die Pflanze schädlich. Daher ist es wichtig zu prüfen ob dein Leitungswasser viel Kalk enthält. Sollte das der Fall sein, wäre der Einsatz einer Osmoseanlage empfehlenswert. Die Umkehrosmose-Anlage entzieht dem Leitungswasser fast sämtliche Karbonathärte und somit auch Kalk. Mit einem Mineralsalz wie Bee Shrimp GH+ wird nach Filterung das Wasser wieder mit den benötigten Mineralien und Spurenelementen versorgt, die das Pflanzenwachstum fördern und die Mikrobiologie positiv beeinflussen, ohne aber die Karbonathärte wieder anzuheben.

Hardscape-Auswahl

Bei der Wahl des Hardscapes, also der Einrichtung des Aquariums in Form von Steinen, ist darauf zu achten eine Steinart zu wählen, die das Wasser nicht aufhärtet und somit Kalk an das Wasser abgibt. Abzuraten ist hier beispielsweise von “Mini Landschaft”, auch “Seiryu” genannt. Möglich ist der Einsatz prinzipiell schon. Man sollte aber darauf achten möglichst dunkle Steine auszuwählen da der Kalkanteil schon sichtbar geringer ist und zwei mal in der Woche 30% des Wassers wechseln. Bitte entnehmt unserer Artikelbeschreibung zu unseren Hardscape-Produkten, ob diese eine aufhärtende Wirkung auf das Aquarienwasser haben. Schwarze Lava hättet das Wasser beispielsweise gar nicht auf und bildet zu Utricularia Graminifolia einen phantastischen Kontrast.

Bodengrund

Der Bodengrund ist für den Grasblättrigen Wasserschlauch ein spannendes Thema. Grundsätzlich lässt sich sagen das die Kultur mit jedem Bodengrund möglich ist. Mit einigen Bodengründen wie aktivem Soil ist es aber ein deutlich aufwändigeres Unterfangen.

  • Sand – Eine Kultur in Sand war bei uns zwei mal problemlos möglich.
  • Soil – Die Kultivierung ist möglich, jedoch mit einigem Aufwand und Risiken verbunden. Tägliche Wasserwechsel von über 60% in den ersten 4 Wochen sind angeraten. Aus verschiedenen Quellen und eigenen Erfahrungen konnten wir ableiten, dass vermutlich ein zu hoher Ammonium und/oder Nitratgehalt bei vorgedüngtem Bodengrund die Pflanze auflösen kann.
  • Torfmoos – Torfmoos ist ein Laubmoos das ebenfalls in sauren und Nährstoffarmen Gebieten vorkommt. Es eignet sich angeblich hervorragend als Bodengrund. Utricularia Graminifolia bildet laut dem Aquascaper @southbayaqua (auf Instagram), kultiviert in Torfmoos ohne jegliche Düngung deutlich dickere Blätter aus. Wir selbst konnten diesen Bodengrund noch nicht testen.
  • Lavabruch bzw. Lavastein – der Bodendecker lässt sich auch sehr gut auf größere Lavasteine aufbinden oder in etwas feinerem Lavabruch einsetze

Wichtig

Achte beim Einsetzen der kleinen Pflanzenbüschel möglichst darauf, dass empfindliche Wurzelwerk der Pflanze nicht zu verletzen. Das kann die Pflanze entscheidend schwächen und ein möglicher Grund für einen Misserfolg mit diesem tollen Bodendecker sein.

Utricularia Graminifolia im Dry Start

Auf Nummer Sicher: Dry Start Method

Die Dry Start Methode (zum Artikel) hilft der Pflanze im Aquarium Fuß zu fassen. Im Bild über diesem Absatz seht ihr wie die Pflanze sich im feucht gehaltenen Dry Start ausbreitet. Sie kann sich so im Bodengrund verwurzeln und ist damit widerstandsfähiger gegenüber verschiedenen Einflüssen in ihrem neuen Zuhause. Die Wurzeln des Wasserschlauch sind, wenn Sie aus einem In Vitro Topf kommen, sehr klein. Die kleinen Stecklinge lassen sich daher schwer im Boden verankern und können bei Befüllen des Aquariums leicht aufschwimmen. Wie lange der trockene Start dauern sollte, hängt davon ab, wie schnell die Pflanze Wurzeln schlägt und sich im Bodengrund festhalten kann. Vier bis zehn Wochen sind ein grober Richtwert. Spart beim Drystart nicht an der Beleuchtungsdauer. 10-12 Stunden Licht kann die Pflanze in der Zeit des Anwachsens durchaus vertragen.

Nährstoffversorgung

Wir empfehlen insbesondere die Düngung mit cO2, da diese Pflanze enorm von Kohlenstoff zum Aufbau Ihrer Struktur profitiert. Gelegentliche, eher zurückhaltende Düngung mit Macro- und Micronährstoffen beim Wasserwechsel sind ausreichend. Genügend aber nicht zu starkes Licht ist empfehlenswert. Grober Richtwert zwischen 30 bis 55 Lumen/Liter. Bei zuviel Licht neigen sich die Blätter schnell in die Horizontale. Dies ist also ein guter Indikator um ggf. die Lichtstärke etwas zu dimmen.

Utricularia frisch aus dem in Vitro Topf