Kontakt unter 0160 14 77 37 5
5% Rabatt bei Bestellung in der App
Besuche unser Ladengeschäft in Berlin
Schneller Versand

Das Berliner Ladengeschäft hat trotz Lockdown geöffnet.

Anthrazit-Napfschnecke

Herkunft

Die Anthrazit-Napfschnecke Neritina pulligera, auch Stahlhelmschnecke oder liebevoll einfach "Pulli" genannt, gehört zu den Nixenschnecken (Neritidae). Diese Wasserschnecken findet man in Südostasien. Sie hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet, weil aus ihren Eiern keine fertigen kleinen Schneckchen kriechen, sondern Larven, die zunächst ins Meer verdriftet werden und sich dann dort entwickeln. Nach der Umwandlung zur Schnecke wandern die Anthrazit-Napfschnecken wieder gegen die Strömung die Flüsse hoch. Die meisten Tiere findet man in den brackigen Flussmündungen, aber man trifft sie auch weiter oben im Gewässer in Süßwasser an.

Napfschnecken gehören zu den Kiemenatmern unter den Wasserschnecken.

Wasserwerte

Neritina pulligera ist eine der wenigen Arten, die auch in weichem Wasser ziemlich gut klarkommt und auch dort keine Gehäuseschäden entwickelt. Ihr ausgesprochen dickes Häuschen ist ziemlich robust und löst sich auch in Weichwasser nicht wirklich auf. Wir empfehlen eine Aquarientemperatur von 18-30 °C, einen pH-Wert von 6,5-8,5, eine Gesamthärte (GH) bis 20°dH und eine Karbonathärte (KH) bis 14°dH sowie einen Leitwert von 350-950 µS - wobei die Anthrazit-Napfschnecke auch noch in deutlich härterem Wasser sehr gut klarkommt.

Farbe und Muster

Die Anthrazit-Napfschnecke hat ein - man höre und staune - dunkelgraues bis dunkelbraunes Gehäuse. Häufig liegt ein praktisch unkaputtbarer metallisch-schwarzgrauer Belag über dem Häuschen. Dieser Film wird von Bakterien gebildet und ist so gut wie nicht zu entfernen. In Weichwasser schützt er das Gehäuse zusätzlich vor Korrosion.

Der Körper der schönen Aquarienschnecke ist schwarz, aber das ist fast egal - unter dem tief herabgezogenen Haus sieht man ihn sowieso nicht. Der Fuß von Neritina pulligera ist an der Unterseite von einem schmutzigen Dunkelgrau. Die Fühler sind dünn und fadenförmig.

Das Gehäuse wird bis ca. 3-3,5 cm im Durchmesser. Seine Öffnung kann die Schnecke mit einem dicht schließenden Deckel, dem sogenannten Operculum, abschotten und sich dadurch vor Umwelteinflüssen wie Trockenheit oder vor Angreifern schützen. Die Anthrazit-Napfschnecke kann im Aquarium sehr alt werden, wenn sie gut gehalten wird. Im Aquarium bis zu 8 Jahre gehaltene Tiere wurden schon beobachtet.

Haltungsempfehlungen

Wie alle Rennschnecken kümmert sich auch Neritina pulligera gerne um Aufwuchs, Bakterienfilme und feine Algenbeläge aller Art. Sie ist einer der effektivsten Algenfresser fürs Aquarium, wobei man der Vollständigkeit halber sagen muss, dass harte und große Algen wie Fadenalgen, Bartalgen, Pinselalgen und auch Krustenalgen nicht zu den Algen gehören, die sie frisst. Aber feine Beläge aus Kieselalgen, Schmieralgen, Staubalgen und sogar grüne Punktalgen werden sehr effektiv abgeraspelt. An Pflanzen bedient sich die Anthrazit-Napfschnecke dagegen nicht.

Die Anthrazit-Napfschnecke rüsselt gerne im Substrat herum und buddelt sich auch schonmal ein, wenn sie an die leckeren Algenbeläge direkt an der Frontscheibe unter dem Kies will. Ein nicht zu grober Kies kommt diesen Ambitionen entgegen. Ansonsten kann das Aquarium beliebig bepflanzt und dekoriert werden, da zeigt die Stahlhelmschnecke keinerlei Präferenzen.

Eine einzelne Neritina pulligera ist schon in einem Aquarium ab 30 Liter gut aufgehoben, vorausgesetzt, sie findet dort genügend Aufwuchs zum Abweiden. An Kunstfutter, Laub und Hokkaidokürbis kann man sie zwar gewöhnen, aber so richtig gut geht sie da erst nach einiger Zeit bei. Für eine kleine Gruppe sollten es dann schon eher 54 Liter aufwärts sein.

Eine Vergesellschaftung funktioniert mit fast allen Aquarienbewohnern - sogar Krebse oder Buntbarsche können der schönen Napfschnecke dank ihrer Gehäuseform und ihres dicht schließenden Operculums nicht wirklich ans Leder. Auch in Garnelenaquarien und Gesellschaftsbecken passt sie prima. Nur Raubschnecken können der Anthrazit-Napfschnecke tatsächlich gefährlich werden, diese sollten man ja grundsätzlich nicht mit anderen Schnecken halten, an denen das Aquarianer-Herz hängt.

Besondere Merkmale

Weil ihr Gehäuse auch im entspannten Zustand den Körper weitgehend verdeckt und weil das Häuschen sehr dick und stark ist, kann man die Algenbeläge fressenden Anthrazit-Napfschnecken eventuell sogar mit Krebsen vergesellschaften. Mit Fischen und Garnelen geht das ohnehin ziemlich gut, nur mit Raubschnecken sollte man sie nicht halten, die können der Anthrazit-Napfschnecke tatsächlich Schaden zufügen.

Anthrazit-Napfschnecken brauchen nach der Ankunft erstmal ordentlich was zwischen die Raspelzähne. In ganz frischen, noch sehr sauberen Aquarien finden sie in der Regel nicht genügend Aufwuchs aus Biofilmen, Bakterienbelägen und feinem Algenrasen aus Kieselalgen oder feinen Grünalgen. Auffallend schlanke Schnecken brauchen Zusatzfutter in Form von Algensteinen, Algenblättern oder speziellem Schneckenfutter.

Eine zu dünne Napfschnecke erkennt man daran, dass ihr Fuß kleiner ist als die Gehäuseöffnung. Ist der Fuß dagegen schön groß, wirkt er proper und hat er einen glatten Rand, kann man davon ausgehen, dass diese Napfi gut versorgt ist und ordentlich im Futter steht.

Vermehrung

Aquarienschnecken der Gattung Neritina sind getrenntgeschlechtlich, aber vermehren sich nicht im Süßwasser. Die Weibchen legen sesamförmige helle Eikokons auf harten Substraten ab, besonders gern auf Holz, Steinen oder auch gerne auf anderen Schneckenhäusern. Dort haften sie bombenfest, sie lassen sich nur mit einer Drahtbürste entfernen (bitte nur von Wurzeln und Steinen, nicht von den Schneckenhäusern ...). Napfschnecken fressen diese Kokons aber auch gerne selber wieder auf.

Aus den Kokons schlüpfen Veliger-Larven, keine fertigen kleinen Schnecken. Diese Larven brauchen Meerwasser oder zumindest Brackwasser, um sich entwickeln zu können. Die Nachzucht von Neritina pulligera ist im Aquarium bisher noch nicht gelungen, auch hier bekommt ihr daher grundsätzlich Naturentnahmen - geht nicht anders. Ihr könnt euch aber sicher sein, dass unsere Tiere sorgfältig eingewöhnt und auf das Leben im Aquarium umgestellt wurden.

Passende Artikel