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Posthornschnecken

Herkunft

Die Herkunft der als PHS oder Posthornschnecken in unseren Aquarien steht ein bisschen in den Sternen. Früher hielt man einfach die großen heimischen Teichposthornschnecken der bei uns auch in der Natur verbreiteten Art Planorbarius corneus in den damals noch weitgehend unbeheizten Aquarien. Mit zunehmender Technisierung der Aquaristik wurde es diesen Posthornschnecken allerdings früher oder später schlicht zu warm, und man ging zu anderen Arten über.

Die heute im Aquarium gängigen Posthornschnecken oder PHS wurden lange als die in Kalifornien (USA) heimische Art Planorbella duryi angesprochen, aber vergleichende Bestimmungsversuche resultierten in der Erkenntnis, dass es sich zumindest bei einem Teil der Tiere auch um Helisoma cf. anceps handeln könnte - es gibt jedoch auch asiatische Posthornschnecken-Arten, und es ist gut möglich, dass diese ebenfalls mit Pflanzen eingeschleppt wurden und nun in der Aquaristik unterwegs sind. Eventuell handelt es sich sogar um gar nicht mehr bis zur Art bestimmbare Hybriden ... aber eigentlich ist das auch fast egal - sie sind alle so hübsch wie nützlich, und sämtlich mit der Haltung im Aquarium exzellent kompatibel.

Posthornschnecken sind Lungenschnecken und müssen zum Atmen an die Wasseroberfläche.

Wasserwerte

Die bunten Posthornschnecken kommen in einer Vielzahl von unterschiedlichen Wasserwerten sehr gut zurecht. Was sie nicht wirklich mögen, ist sehr weiches Wasser - ist das Wasser zu sauer, muss man sie praktisch perfekt ernähren, damit das Gehäuse nicht angegriffen wird. Die Schnecke repariert es zwar von innen, aber man sieht die Korrosion, und das wirkt nicht mehr besonders hübsch. Wir empfehlen für eine erfolgreiche Haltung eine Temperatur von 15-28°C, einen pH-Wert von 7,5-8,5, eine Gesamthärte (GH) von bis 20°dH und eine Karbonathärte (KH) von bis 15°dH. Der Leitwert sollte bei 250-750 µS liegen.

Bei zu weichem Wasser muss man sehr viel Kalk und Proteine mit dem Futter zuführen, damit die Gehäuse nicht korrodieren. Auch werden Posthornschnecken in Weichwasseraquarien nicht so alt wie in härterem Wasser.

Farbe und Muster

Die Posthornschnecke hat eine sehr typische Schneckenhausform, wie eine aufgedrehte Schneckennudel oder eben wie ein Posthorn. Sie gibt es in wunderschönen Farben, die durch verschiedene Gehäusefarben in Kombination mit der durchschimmernden Farbe des Körpers entstehen.

Die Wildform der Posthornschnecken im Aquarium hat ein braun durchsichtiges Gehäuse und einen braunen Körper. Jungtiere haben oft dunklere Flecken auf dem Mantelgewebe, das das Häuschen auskleidet, dadurch entsteht ein schickes Leopardmuster, das sich leider bei den meisten PHS später verwächst.

Blaue PHS haben einen dunklen Körper und ein weißes Gehäuse, auch bei ihnen kann man bei den Jungtieren noch häufig das Leopardmuster sehen. Posthornschnecken mit rötlich-braunem Körper und weißem Gehäuse dagegen wirken eher türkisblau.

Blaue Posthornschnecke

Ist der Körper dagegen rein rot, wirken die Schnecken in Kombination mit einem weißen Häuschen pink bis rosa. Ist das Häuschen dagegen bräunlich transparent, schimmert der rote Körper in den schönsten Orangetönen durch. Mischt man die Farben, kommen häufig Posthornschnecken mit bräunlichem Körper und einem durchsichtig bräunlich schimmernden Gehäuse heraus.

Rosa Posthornschnecke

Orange Posthornschnecke

Haltungsempfehlungen

Posthornschnecken fressen wahnsinnig gerne Biofilme und ganz feine Algenbeläge, aber sie kümmern sich auch mit Hingabe um Futterreste und totes Pflanzengewebe. In einem Gesellschaftsbecken muss man sie gar nicht extra füttern.

Nur die allerweichsten Pflanzen werden gefressen, zum Beispiel Pogostemon helferi. Alle anderen packen die wenigsten Posthornschneckenarten im Aquarium mit ihrer doch recht weichen Raspelzunge.

Das Becken kann also gerne direkt gut bepflanzt und schön dekoriert werden, aber auch in kahlen Zuchtaquarien kommen PHS gut zurecht. Ein Aquarium ab 10 Litern ist schon ausreichend für 5-10 PHS - mehr werden es eh von selbst!

Besondere Merkmale

Früher galten Posthornschnecken als typische nervige Schneckenplagen, die man sich im Aquarium auf keinen Fall antun sollte - aber heute wissen wir mehr! Die wunderhübschen bunten Schnecks neigen nämlich nur dann zur Massenvermehrung, wenn sie viel Futter finden. Das wiederum kann man ja prima selbst beeinflussen! Mit gutem, hochwertigem Futter, das nicht im Übermaß ins Aquarium geworfen wird, tut man nicht nur den Bewohnern etwas gutes, sondern vermeidet auch, dass es bei den PHS eine Bevölkerungsexplosion gibt.

Rosa Posthornschnecke im Aquarium

Vermehrung

Posthornschnecken sind Zwitter, und die Einzelschnecken sind sogar in der Lage, sich selbst zu befruchten. Dann sind allerdings nur ganz wenige der Eier im Gelege überhaupt fruchtbar, aber selbst eine Rate von 4% ist mehr als nichts, und in der nächsten Generation können sich die Schnecken dann wieder - wie sie es bevorzugen - durch Paarung vermehren. Im Prinzip reicht also auch eine einzelne Posthornschnecke als Urmutter einer fröhlichen bunten PHS-Gesellschaft.

Nach einer erfolgreichen Paarung legen PHS eher flache, fast kreisrunde Gelege mit einem festen Deckel, der die Eier schützt - bevorzugt platzieren sie sie auf harten oder etwas weicheren Oberflächen wie Pflanzenblättern, dem Glas, Wurzeln, Pflanzenstängeln oder auch Steinen. Die Jungschnecken der Posthornschnecke schlüpfen nach wenigen Tagen.