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Tylomelania - der Hauptartikel

Herkunft

Einige wirklich wunderschöne Turmdeckelschnecken aus Sulawesi wurden vor ganz grob gesagt 15 Jahren erstmals für die Aquaristik importiert von Die schöne Gattung Tylomelania ist auf der indonesischen Insel endemisch, das heißt, die hübschen Schnecken kommen nur dort vor - dafür aber praktisch in allen Gewässern, ob in den Alten Seen des Malili-Systems, im Pososee oder in den anderen stehenden und fließenden Gewässern der tropischen Insel. Leider sind viele Habitate auf Sulawesi von Zerstörungen betroffen, daher sind Aquariennachzuchten der schönen Wasserschnecken von der indonesischen Insel für den Arterhalt ziemlich wichtig.

Diese wirklich tollen Aquarienschnecken werden auch Tylos genannt. Sie gehören wie Faunus ater zur Familie der durch Kiemen atmenden Pachychilidae.

Dort haben sich viele Arten herausgebildet, die noch längst nicht alle wissenschaftlich beschrieben sind. Sei es die große Perlhuhnschnecke (Tylomelania partriarchalis) aus dem Matanosee oder die witzige Donnerkeilschnecke Tylomelania perfecta mit der markanten Kalkkruste aus einem der Flüsse, sei es die noch nicht wissenschaftlich bearbeitete orangene Felsenschnecke mit dem schönen schwarzen Gehäuse und dem goldgelben Körper aus dem Pososee oder die ganzen ungezählten weiteren tollen Arten - die Tylomelania machen in der Aquaristik ordentlich was los.

Viele der Arten leben in ihren Heimatgewässern in so gut wie pflanzenlosen Biotopen, vorwiegend auf Holz, Steinen oder auch im Schlamm am Bodengrund.

Wasserwerte

Obwohl sie teilweise aus Biotopen mit sehr speziellen Wasserwerten (Weichwasser mit hohem pH-Wert und dauerhaften Temperaturen von etwa 30 °C) kommen, haben sich die Tylomelania-Schnecken in der Aquaristik als ziemlich unkompliziert zu haltende kleine Schleimer entpuppt. Selbst die hohen Temperaturen aus manchen Biotopen muss man im Aquarium nicht zwingend nachmachen, und die Schnecken fühlen sich trotzdem wohl und sind fit.

Wir empfehlen eine Temperatur von 22-30 °C, einen pH-Wert von 7,5-8,5, eine Gesamthärte (GH) von bis 20°dH und eine Karbonathärte (KH) von bis 15°dH. Mit einem Leitwert von 350-820 µS sind die Schnecken optimal bedient. In den Seen ist das Wasser sehr nährstoffarm und klar, daher ist es gut, wenn die organische Belastung auch in einem Aquarium mit Tylomelania möglichst gering ist.

Farbe und Muster

Alle Tylomelania haben ein schönes skulpturiertes Gehäuse, das sie mit einem Deckel verschließen können - manche Arten haben dabei eine stärkere Skulpturierung auf dem Haus als andere, aber ganz glatt ist es nie. Die Häuschen sind meist einfarbig schwarz oder braun oder zeigen einen Farbverlauf, der zur Spitze hin heller wird. Häufig ist die Gehäusespitze bei Wildfängen weiß korrodiert, das liegt an der natürlichen Abnutzung beim Kriechen und Einbuddeln. Die Gehäuselänge ist je nach Art sehr variabel, von der nur 2,5-3 cm Tylomelania sp. "Mini Yellow" bis zur über 10 cm langen Tylomelania patriarchalis ist hier alles vertreten.

Der Körper der Tylos hat einen auffallend kurzen, hinten ziemlich runden Fuß und eine ebenso auffällige lange Schnauze - teilweise werden Tylomelania daher liebevoll als Elefantenrüsselschnecken bezeichnet. Ihre Körperfarben sind so variabel wie ihre Gehäusefarben. Bei Tylomelania gibt es von einfarbig leuchtorange oder goldgelb (bei der Gelben Pososchnecke) über rosa, schwarz mit gelben Fühlern bis gelb mit schwarzen Streifen (bei der Mini-Tylo) oder schwarz mit weißgrauen Flecken, schwarz mit winzigen weißen Punkten oder größeren gelben Flecken alle nur erdenkbaren Spielarten und Kombinationen.

Haltungsempfehlungen

Tylos rüsseln sehr gerne den Boden nach Fressbarem durch, ein nicht zu grobes, nicht scharfkantiges Substrat kommt ihrer Lebensweise sehr entgegen. Auf Felsenaufbauten und Holzwurzeln kriechen sie gerne herum und weiden die Algenbeläge darauf ab. Je größer die Schnecke, desto besser muss man bei der Einrichtung beachten, dass sie nicht rückwärts kriechen kann und dass gerade die großen Arten wegen ihres kleinen Fußes nicht wirklich wendig und manövrierfähig sind. Sie sollten sich auf gar keinen Fall in der Deko verklemmen können, das wäre ihr Ende.

Man sollte möglichst eine kleine Gruppe von 5-7 Tylomelania der gleichen Art im Aquarium halten - einfach um sicherzustellen, dass man Männchen und Weibchen am Start hat. Es wäre wirklich schade, nicht zu versuchen, diese tollen Schnecken zu züchten und so ihre Art zu erhalten.

Je nach Art muss man sich ein bisschen schlau lesen - manche Tylos sind ganz schöne Rasenmäher, andere dagegen lassen die Unterwasservegetation komplett in Frieden.

Tylomelania-Schnecken fressen neben toter (oder lebender ...) Pflanzenmasse wie Laub, Gemüse und Pflanzenreste auch Algenbeläge und übrig gebliebenes Futter der anderen Aquarienbewohner. Frostfutter oder Proteinfutter hilft ihnen neben ausreichend Kalzium im Wasser und in der Nahrung, ein gesundes Gehäuse auszubilden. Dabei sind sie nicht krüsch und fressen so ziemlich alles, was man ihnen anbietet.

Eine Vergesellschaftung von Tylomelania mit friedlichen Fischen ist sehr gut möglich, und geradezu optimal ist die Haltung der schönen Wasserschnecken mit Sulawesigarnelen aus denselben Seen. Auch mit anderen Zwerggarnelen sind die friedlichen Aquarienschnecken gut zu halten, ebenso wie mit anderen Schnecken (nicht mit Raubschnecken). Krebse finden Tylomelania unwiderstehlich lecker und schnabulieren die schönen Schnecken weg - sie sind also keine gute Aquariengesellschaft für die schönen Sulawesischnecken.

Besondere Merkmale

In der Aquaristik hat sich herausgestellt, dass Tylomelania-Arten ziemlich willig hybridisieren, also artübergreifend Mischlinge zeugen. In der Natur leben die Schnecken stark substratgebunden, das heißt, eine Art findet man nur auf Wurzeln, andere dagegen nur auf Steinen, wieder andere nur auf Schlamm - die treffen in ihren Biotopen also so gut wie niemals aufeinander, daher sind Naturhybriden kaum bekannt. Im Aquarium dagegen gibt sich diese Vorliebe meist ganz schnell, und die Schnecken sind dann im ganzen Becken unterwegs.

Vermehrung

Tylomelania gehören zu den getrennt geschlechtlichen lebend gebärenden Schnecken. Nach der Paarung entwickeln sich die Eier im Brutbeutel der weiblichen Tylo zur Jungschnecke heran und werden dann einzeln im Abstand von ein paar Tagen zur Welt gebracht. Manchmal sind die Jungtiere noch in Resten einer weißen Hülle eingeschlossen, die sich im Wasser jedoch schnell auflöst.

Auch Fehlgeburten (dann sind keine Jungtiere in der weißen Hülle vorhanden) oder Sturzgeburten bei großem Stress sind aus der Aquaristik bekannt, insbesondere beim Umsetzen auf krass andere Wasserwerte können die Weibchen so reagieren. Jungtiere nach einer Sturzgeburt sind deutlich kleiner als üblich. In der Regel holen sie aber bei guter Pflege in einem eingelaufenen Aquarium mit viel Aufwuchs in Form von Biofilmen und mit Mulm schnell auf und wachsen ebenso gesund heran wie ihre Geschwister.

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