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Soil oder Sand? Welcher Bodengrund warum der Richtige für Dich und dein Aquarium ist!

Welcher Aquarienbodengrund ist der richtige für mein Aquarium?

Aquariensand, Aquarienkies oder Soil für mein Aquarium? Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt und neben den kosmetischen Eigenschaften gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Unterschiede. Wir bei Garnelen Gümmer haben reichlich Erfahrung mit Aquarienbodengrund. Ob Aquascaping, Garnelenzucht oder Zierfischhaltung. Wir helfen dir bei der Kaufentscheidung mit allen wichtigen Informationen.

Ganz am Ende dieses Blogartikels findest du außerdem ein Video zum Thema "Sand vs. Soil". Viel Spaß damit!

Allgemeines zum Bodengrund

Der Bodengrund im Aquarium hat neben einer Unterlage für Einrichtungsgegenstände wie Steine und Wurzeln und dem einbringen von Pflanzen noch eine enorm wichtige Funktion: die Filterung. Ein großteil der Filterung geschieht im Bodengrund, weswegen der Boden auch für die Biologie in einem Aquarium enorm wichtig ist. Damit die Biologie im Bodengrund gut funktioniert, muss er mit Sauerstoff versorgt werden. Sehr feiner Sand beispielsweise verdichtet den Bodengrund. Das Wasser kann den Sauerstoff nicht mehr in die unteren Ebenen des Bodengrundes transportieren. So können übel riechende und auch für die Bewohner nicht sehr angenehme Faulgase entstehen. Die Eigenschaften der verschiedenen Produkte zeigen die Vor- und Nachteile auf. 

Welche Eigenschaften haben Sand, Kies und Soil?

Aquariensand

Sand ist vielfältig, vor allem weil es Sand in verschiedenen Farbtönen gibt, ist er besonders für kosmetische Zwecke ein sehr häufig verwendeter Bodengrund, ob als grundlegendes Substrat oder für Details. Unseren Gümmer Sand gibt es beispielsweise in den Farbtönen: Schwarz, Braun, Natur, Natur-Weiß und Weiß. Ein rötlicher Sand ist beispielsweise der ADA Colorado.

Bei Sand solltet ihr darauf achten, dass dieser geeignet für Aquarien ist und die Wasserwerte nicht beeinflusst. Spielsand aus dem Baumarkt beispielsweise ist sehr staubig und enthält viele Nebenstoffe die nicht ins Aquarium gehören. Feiner Sand hat zudem die Eigenschaft unter dem Wasserdruck zu verdichten. Gerade bei feinerem Sand kann der Bodengrund nicht mehr optimal durchflutet werden. Wo kein Sauerstoff ist, also im anaeroben Bereich, können Faulgase entstehen. Sehr feinen Sand sollten man daher nur in Aquarien verwenden, in denen Tiere leben, die diesen Sand ständig kräftig durchbuddeln oder eben nicht zu hoch aufschütten. Für Malawisee Buntbarsche beispielsweise ist Kies zum Buddeln zu grob. Auch kleine Welse wie Corydoras gründeln gerne im Sand am Bodengrund. Hier sollte der Sand auch eher fein sein. Nicht der ganze Bodengrund muss überall aus Sand bestehen, auch großzügige Bereiche entsprechend der Größe und Menge der Fische erfreut die Bewohner. Bei feinem Sand bleiben Futterreste auch etwas länger an der Oberfläche, wohingegen bei Kies die Futterreste schnell zwischen den kleinen Kieseln verschwinden und die Wasserqualität belasten können.

Mit Sand kann man wunderbar Pfade und Wege anlegen. Zum Vergleich:

60cm Aquarium nur mit Soil als Bodengrund und mit Bodendecker Hemianthus Cuba und Micranthemum Monte Carlo 

Aquarium mit Soil Bodengrund

Platz 21, Web Aquascaping Contest 2019 (Fabian Beck)
 

Das gleiche 60cm Aquarium, nach Aufnahme vom ersten Bild wurde im Nachgang ein Pfad mit kosmetischem Sand angelegt

 Platz 6 EAPLC 2019 - Nano Kategorie - (Fabian  Beck)

 

Aquarienkies

Bei Kies denke ich gestalterisch sofort an einen Bachlauf in den Alpen. Milliarden kleine und größere Kieselsteine dicht an dicht.

Bachlauf aus Kies und Geröll

Der Obersulzbach im wunderschönen Nationalpark Hohe Tauern, Österreich (Foto: Fabian Beck, 2017)

Für mich ist gestalterisch daher Kies die erste Wahl bei Aquarien oder Aquascapes, in denen ein Teil eines Flusslaufs oder einer Uferzohne nachgeahmt werden soll. Oft auch in Kombination mit Sand. Kies kann zudem aufgrund seiner Größe im Vergleich zu Sand leichter von Wasser durchflutet werden. Das Wasser kann somit den Sauerstoff besser durch den Bodengrund transportieren. Dies ermöglicht gestalterisch höhere Aufbauten. Kies ist darüber hinaus großartig, um Details auf Sandflächen zu gestalten. Ein Übergang von einem größeren Stein zu einer Sandfläche kann man so sehr natürlich nachahmen.

Feiner Guemmer Sand mit etwas gröberem Sand für kosmetische Details

Guemmer Sand Schwarz 0,1-0,2 mm und Details mit Guemmer Sand Schwarz 0,4-0,8 mm, Scape für Videoshooting (Fabian Beck)

Aquarienkies sollte die Wasserchemie nicht, oder nur sehr marginal beeinflussen. Achtet beim Kauf also auch bei Kies auf die Aquarieneignung.

Soil

Aquascape mit Soil Bodengrund

Aquascape mit Soil als Bodengrund (Fabian Beck, 2018)
 

Soil ist im Gegensatz zu Aquariensand und Aquarienkies ein aktiver Bodengrund. Aktiv, weil Aquarium Soil die Wasserwerte beeinflusst. Diese Eigenschaft macht manches etwas komplizierter, aber vieles auch viel Einfacher. Soil ist ein gebranntes Gemisch aus Torf und Erde und erhält beim Brennen die körnige Struktur.
Soil beeinflusst in erster Linie die Wasserhärte und den pH-Wert des Aquarienwassers. So lagert Soil aufhärtende Stoffe ein (das Wasser wird weicher) und macht das Aquarienwasser sauer (der pH-Wert sinkt). Verschiedene Tiere wie Caridina Garnelen und auch eine große Menge der Zierfischarten und auch einige Aquarienpflanzen profitieren von diesem weichen und sauren Aquarienwasser ungemein.

Unterschiede gibt es bei den dritten Eigenschaften des Soil. So gibt es stark vorgedüngte Soils die bereits Nitrat, Phosphat, Kalium und auch eine geringe Menge Eisen und anderen Mikronährstoffen mit sich bringen und gar nicht, oder nur gering vorgedüngte Soils. Vorgedüngte Soil-Bodengründe wie beispielsweise der Tropica Aquarium Soil oder der ADA Amazonia II Aquarium Soil sind vorgedüngt. Die Pflanzen, vor allem Wurzel-Zehrer wie Cryptocorynen oder Echinodorus Schwertpflanzen profitieren besonders von Soil und dem leicht weicheren und saureren Wasser.

Soil ist durch seine grobe Struktur zudem ebenfalls für das Durchwurzeln des Bodengrundes hervorragend geeignet. Wurzeln versorgen den Bodengrund zusätzlich mit Sauerstoff. Nicht selten staunen Beobachter über das brillant klar wirkende Wasser in Aquarien mit Soil-Bodengrund.
Aufgrund der aktiven Eigenschaften, die gerade beim Start eines Aquariums sehr stark sind, solltest du Neocaridina Davidi Garnelen erst nach etwa 8-10 Wochen in ein mit Soil-Bodengrund angelegtes Aquarium einsetzen. Neocaridina haben bei zu saurem und weiche Wasser oft Häutungsprobleme und können dann beim Häutungsvorgang sterben. 

Soil enthält zudem viele Huminstoffe und bietet einen optimalen Nährboden für Mikroorganismen, die für eine gute Wasserqualität und ein gesundes Ökosystem eine wesentliche Grundlage bilden.

Nachteile von Soil gegenüber Sand bzw. Kies?

Die Wirkung von Soil lässt nach etwa 1,5 bis 2 Jahren zunehmend ab. Dann muss der Soil im Aquarium erneuert werden. Dies kann natürlich Schritt für Schritt geschehen, ist aber für dich ein ziemlicher Aufwand und für die Bewohner auch sehr unangenehm, vor allem da du die Wirkung (Senkung des pH-Werts und Absenkung der Härte) nicht aktiv steuern kannst. Mit Sand und Kies ist dieses Problem nicht vorhanden. Weiches Wasser für Bienengarnelen kannst du einfacher über eine Osmoseanlage herstellen. Bei Verwendung von Soil in Verbindung mit recht hartem Leitungswasser sind die Speicherfähigkeiten von aufhärtenden Stoffen im Soil schnell gesättigt. Huminstoffe können über Naturprodukte wie Laub oder Erlenzapfen oder auch GlasGarten Liquid Humin zugegeben werden. Von Mitteln wie Salzsäure zur Absenkung des pH-Wertes raten wir eher ab. Es ist eine ständige Kontrolle und nachdosierung notwendig um den pH-Wert so stabil zu halten. 

Die Düngung der Pflanzen kann auch über flüssigen Pflanzendünger realisiert werden. Düngekapseln wie beispielsweise von Tropica, können für Wurzelzehrende Pflanzen auch an den Pflanzen direkt in den Bodengrund zugegeben werden. In einem mit viel Soil befüllten Aquarium sind häufige Wasserwechsel in der Einlaufphase sehr wichtig. Häufige Wasserwechsel sind aber auch in Aquarien mit Sand sehr ratsam. Daher empinde ich die notwendigen Wasserwechsel als kein Nachteil.

Zusammenfassung

Sind deine Fragen jetzt beantwortet? Für welchen Bodengrund entscheidest du dich? Die Empfehlung lautet: was ist dir am wichtigsten? Prächtiger Pflanzenwuchs? Zucht von Bienengarnelen? Soil ist hier sicher eine gute Wahl. Achte zunächst auf die Bedürfnisse der geplanten Aquarienbewohner. Bei Neocaridina Garnelen Zucht ist Sand das Mittel der Wahl. Entscheide dich bei empfindlichen Zierfischen eher für einen dunklen Bodengrund, der das Aquarium ein wenig dunkler wirken lässt. 

Wir bei Garnelen Gümmer lieben Sand und Soil! Beides ist für uns unersätzlich. Wenn du schon eine konkrete Vorstellung von deinem Aquarium hast, dich aber noch immer nicht entscheiden kannst, misch doch einfach die beiden Bodengründe! Ansonsten, sprich uns gerne an, wir helfen gerne weiter.

Viel Spaß beim Gestalten deines Aquariums!

Video

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