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Tigergarnelen - der Hauptartikel

Neben der Bienengarnele ist auch die Tigergarnele Caridina mariae züchterisch sehr interessant. Sie ist ebenso wie die Bienengarnele sehr nah mit der Wildform Caridina cantonensis verwandt und wurde deshalb lange Zeit ebenfalls als Caridina cf. cantonensis angesprochen. Im Jahr 2014 wurde die Tigergarnele von Werner Klotz und Thomas von Rintelen als eigene Art beschrieben. Der Artname "mariae" bezieht sich übrigens auf Werners Frau Maria.

Tigergarnelen (Caridina mariae) werden für gewöhnlich um die 2-3,5 cm groß. Ausgewachsene männliche Tigergarnelen bleiben schlanker und kleiner als die durchaus recht füllig wirkenden Weibchen.

Caridina mariae werden im Aquarium je nach Wassertemperatur etwa 2 Jahre alt - in kühlem Wasser werden sie älter, in wärmerem Wasser altern sie schneller, weil dort ihr Stoffwechsel auf Hochtouren läuft.

Herkunft

Die Tigergarnele kommt aus China, genauer aus dem Hinterland von Hong Kong. Die Art Caridina mariae findet man in der Natur in verschiedenen Biotopen. Das wohl bekannteste Habitat (das der Super Tiger Zwerggarnele) liegt in einer dauerhaft überschwemmten Feuchtwiese mit flachem Wasser, jedoch kommen Tigergarnelen auch in den in der Provinz Hong Kong weit verbreiteten kleinen Bergbächen vor. Diese Bäche haben ebenfalls relativ flaches Wasser, sie sind pflanzenlos und fließen meistens über Abhänge durch einen Bergwald, der ihnen Schatten spendet.

Das Wasser in der Gegend ist nährstoffarm und sehr weich. Die Temperaturen gerade in der Feuchtwiese liegen jedoch deutlich über denen in den Bächen. Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist in allen Tigergarnelen-Biotopen hoch bis sehr hoch. Am Grund der Biotope findet sich viel organische Masse - welkes Gras oder abgefallenes Laub von den umstehenden Waldbäumen. Fische gibt es in den chinesischen Bergbächen und Feuchtwiesen mit den Tigergarnelen nicht.

Wasserwerte

Im der Aquarienpraxis hat sich herausgestellt, dass Tigergarnelen zwar auch aus ausgesprochenen Weichwasserbiotopen kommen (das Wasser der Feuchtwiese hat einen Leitwert von nur 40 Mikrosiemens), dass ihnen aber eine gewisse Wasserhärte im Aquarium nicht viel ausmacht. Das unterscheidet sie von der Bienengarnele. Zu hartes Wasser im Aquarium kann jedoch auch bei Tigergarnelen - vor allem bei den Jungtieren - zu Häutungsproblemen führen und die Tiere anfälliger für Krankheiten machen.

Das Wasser im Aquarium mit Tigergarnelen muss sauerstoffreich und sauber sein. Im Sommer hilft ein Oxydator oder ein Sprudelstein, und um die organische Belastung klein zu halten, braucht es einen gut funktionierenden Filter und regelmäßige Wasserwechsel.

Tigergarnelen kommen kurzzeitig auch mit Temperaturen jenseits der 25 °C zurecht, vorausgesetzt, im Aquarienwasser wird der Sauerstoff nicht knapp. Im Zweifel sollte man sich jedoch dennoch für eine Kühlung entscheiden. Der pH-Wert im Tigerkäfig sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte (GH) zwischen 4 und 12 °dH, die Karbonathärte (KH) bei 0 bis 8 °dH. Ein Leitwert von 200 bis 500 µS ist optimal.

Sollte das Leitungswasser nicht mit den passenden Werten aus dem Hahn kommen, ist eine Option für Tigergarnelen immer auch die Haltung in Osmosewasser. Man kann das Wasser mit Aufhärtesalz für Bienengarnelen oder mit Aufhärtesalz für Neocaridina auf die passenden Wasserparameter aufhärten. Hier im Gümmer-Onlineshop findest du nicht nur Osmoseanlagen, sondern auch die entsprechenden Mineralsalze. Die meisten Züchter von Hochzucht-Tigergarnelen entscheiden sich für eine Haltung mit Bienensalz.

Entstehung der Farben und Muster

Die Caridina mariae hat viele Wildfarben. Die typische wilde Tigergarnele hat einen transparenten Körper mit einem dunklen Tigermuster - die ersten zwei Streifen weisen nach hinten, die letzten drei zeigen nach vorn - ein entscheidender Unterschied zur Neocaridina davidi "Red Cherry", bei der die Streifen einfach senkrecht laufen und die trotzdem manchmal als Rote Tigergarnele angesprochen wird.

Der Schwanzfächer und die vordere Kopfpartie der Tigergarnele sind oft leicht transparent orange gefärbt, spärlich gesäte weiße Pigmentstreifen können immer auf dem Körper auftreten. Einen Rückenstrich findet man bei wilden Tigergarnelen nicht.

Es gibt bei den wilden Tigern noch die sogenannte Super Tiger, eine Standortvariante mit breiteren dunklen Streifen und deutlich orangener oder gelber Färbung am Schwanzfächer und am Kopf. Weiterhin ist auch die Rote Tigergarnele eine Wildform, bei der die blauen Pigmente in den Streifen fehlen, sodass das Tigermuster rot erscheint. Auch Tigergarnelen mit hell bläulicher Körperfarbe findet man in der Natur. Allen wilden Tigerarten gemein sind die schwarzen Augen.

Die Zuchtformen dagegen haben in der Regel orangene Augen oder Orange Eyes, OE abgekürzt. Dass Garnelen mit OE blind sind, wurde übrigens durch einen wissenschaftliche Studie von Melanie Kirchbeck et.al. widerlegt.

Foto: die Blaue Tigergarnele ‚Orange Eye‘ ist eine besonders hübsche und gefragte Zuchtform der Tigergarnele.
Die orangenen Augen machen die Tiere nicht blind (diese Vermutung stand lange im Raum).

Hier finden wir neben der Blauen Tigergarnele mit blauer Unterfarbe (ähnlich der bei Taiwangarnelen) und schwarzem Tigermuster auch die Schwarze Tigergarnele, bei der die Tigerstreifen so stark verbreitert sind, dass sie eine flächige Deckfarbe bilden, und die Royalblaue Tigergarnele, die unter ihrer schwarzen Deckfarbe eine dunkelblaue Körperfarbe trägt, die sie marineblau aussehen lässt. Mittlerweile wurden auch Rote Tigergarnelen mit OE gezüchtet, und es gibt sogar Rote Tiger mit blauer Körperfarbe, wenn auch selten.

Gradesystem

Für Blaue Tigergarnelen OE wurde ein Gradesystem angedacht, da jedoch die Blaufärbung je nach Umgebung sehr veränderlich ist, wurde dieses Projekt nicht wirklich weiter verfolgt. Tigergarnelen mit OE und nur ganz leicht angedeutet hellblauer Farbe werden als blonde Tiger bezeichnet. In ihrem Nachwuchs können aber auch wieder kräftig blaue Tiger auftauchen.

Die Schwarze Tigergarnele mit OE dagegen lässt sich je nach Farbverteilung in Grades einteilen, die sogenannten BT-Grades (für Black Tiger).

  • Der niedrigste Grade ist die Black Tiger Wild (BT-6) mit lediglich etwas breiteren schwarzen Streifen - wie eine Super Tiger, nur ohne die orange oder gelbe Färbung am Schwanzfächer und an der "Nase".
  • Die Black Line Tiger (BT-5) ist der nächste Grade. Sie hat eine Farbdeckung von ungefähr 45%, die Streifen sind sehr breit.
  • Auf diesen Grade folgt die Swiss Cheese Tiger (BT-4) mit einem eher löchrigen Farbmuster und einer Farbdeckung von etwa 75%.
  • Die Naked Tail Tiger (BT-3) ist schon ziemlich deckend schwarz, hat aber noch einen transparenten Schwanzfächer, ebensolche Beine und auch ein farbloses Rostrum, während die
  • White Venter Tiger (BT-2) nur noch am Bauch wenige transparente Stellen hat, aber an Beinen, Schwanzfächer und Fühlern bereits deckend gefärbt ist.
  • Die höchste Stufe ist die Black Diamond Tiger (BT-1), die vollkommen schwarz gefärbt ist. Achtung, sie sollte nicht mit der Black Diamond Bee verwechselt werden, die als Variante der Taiwangarnele mit der Tigergarnele nur entfernt verwandt ist. Die ganz schwarze Taiwangarnele hat schwarze Augen, die Black Tiger BT1 dagegen zeigt Orange Eyes.

 

Haltungsempfehlungen

Tigergarnelen gehen im Gesellschaftsbecken gern etwas unter, ein Artbecken ist deshalb besser. Wenn sie überhaupt mit Fischen gehalten werden, sollte man nur sehr kleine Fische auswählen, zum Beispiel Mini-Bärblinge wie Boraras oder kleine Otocinclus-Saugwelse.

Vor allem die dunklen Tigergarnelen-Varianten sind auf dunklem Bodengrund am schönsten, dem Rest ist's egal. Man muss vor allem die Wildformen der Tigergarnele nicht zwingend auf aktivem Soil halten, neutraler Aquarienkies als Bodengrund tut es für sie auch. Hochzuchten dagegen sitzen besser auf aktivem Soil in leicht saurem Wasser.

Tigergarnelen gehen nicht an Pflanzen, daher kann man das Aquarium gern gut bepflanzen - vorausgesetzt, man hat kein Zuchtbecken, das möglichst übersichtlich sein sollte. In diesem Fall greifen viele Züchter auf Aufsitzerpflanzen wie Bucephalandra auf Lava zurück, die schnell mal ausgeräumt sind, wenn man die Übersicht braucht.

Aquariendeko in einem Tigeraquarium mit Soil sollte nicht aufhärten. Hohe Nitratwerte sind für Tigergarnelen unter Umständen problematisch und können zu Häutungsproblemen führen, daher sind Tiger jetzt auch nicht unbedingt ein Fall für ein Hightech-Aquascape.

Futter

Tigergarnelen fressen im Biotop Laub, Algenbeläge, Pflanzenreste, Insektenlarven, Würmer und Bakterienfilme. Auch im Aquarium sollten sie Laub vorfinden. Ab und an Frostfutter, Artemia oder Proteinfutter für Zwerggarnelen - etwa zweimal pro Woche - können gegeben werden. Eine ausreichende Proteinversorgung verhindert Übergriffe auf die Jungtiere, die sonst bei Tigergarnelen schon mal vorkommen können. Harte höhere Algen wie Fadenalgen oder Pinselalgen werden nicht gefressen.

Foto: Foto: hier siehst du Blaue Tigergarnelen (OE) bei einer ausgiebigen Mahlzeit. /em>

Sehr gerne mögen Tigergarnelen getrocknete Brennnesseln und anderes getrocknetes Kraut wie Löwenzahn oder Vogelmiere, grün getrocknete Walnussblätter, feine Streifen getrockneten Hokkaidokürbis und ähnliches Futter - oder Garnelenfutter aus dem Shop. Braunes Herbstlaub ist ein ideales Dauerfutter, es kann immer im Garnelenaquarium vorhanden sein und hat keinen negativen Effekt.

Vermehrung

Tigergarnelen vermehren sich bei guten Bedingungen im Aquarium ordentlich. Caridina mariae gehört zum spezialisierten Fortpflanzungstypus, was bedeutet, dass die weibliche Tigergarnele nach der Paarung eher wenige - etwa 20-40 -, relativ große Eier tragen. Die Larven entwickeln sich vollständig im Ei, und nach ca. 4-5 Wochen Tragezeit schlüpfen Miniausgaben der Elterntiere.

Frisch geschlüpfte Tigergarnelen fressen sehr gerne Staubfutter. Die kleinen Tiger kann man im Aquarium in der Gruppe aufwachsen lassen - vorausgesetzt, es wird ausgewogen gefüttert. Dann halten sich die größeren Geschwister und älteren Verwandten zurück.

Weibliche Tigergarnelen häuten sich und geben dann Pheromone ins Wasser ab, um den Herren Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Beim folgenden Paarungsschwimmen suchen die Männchen das Weibchen und paaren sich dann mit ihm. Dabei heften sie jeweils ein Samenpaket so zwischen die Beine des Weibchens, dass die Eier beim Auspressen dran vorbeirutschen und so direkt befruchtet werden.

Weibliche Tigergarnelen befestigen nach dem Auspressen ihren Laich mit einem klebrigen Haftfaden an ihren Schwimmbeinen, mit denen sie sich ständig durchbewegen und mit Frischwasser umfächeln. Das verhindert Pilzinfektionen und hilft den Larven in den Eiern, sich gut zu entwickeln. Unbefruchtete Eier sortieren die Weibchen aus.

Farbvarianten

Den tigerigen Farbvarianten widmen wir jeweils einen Extra-Artikel, in dem wir auf Besonderheiten eingehen.
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