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Aufsitzerpflanzen - Die Pflanzen zur Dekoration von Hardscape

Aufsitzerpflanzen werden wissenschaftlich Epiphyten genannt. Im Aquascaping oder auch in normalen Aquarien werden sie zur Dekoration von Hardscape wie Wurzeln, Ästen oder Steinen genutzt. Manchmal wachsen Epiphyten auch auf anderen Pflanzen. Dabei handelt es sich dann in den meisten Fällen um unerwünschte Algen. Diese machen Sie sich vor Allem den Vorteil zunutze, mehr Licht und somit im wahrsten Sinne des Wortes Nahrung zu bekommen als die darunter liegende Pflanze.

Zu beachten ist das Aufsitzerpflanzen nicht in Substrat eingesetzt werden sollten. Die meisten Aufsitzer haben ein Rhizom von dem sich in die eine Richtung die Blattansätze ausbilden und in die andere Richtung Wurzeln. Wachsen die Wurzeln selbstständig in den Bodengrund ist das kein Problem.

Es gibt einige verschieden Arten von Aufsitzerpflanzen die wir dir gerne vorstellen möchten.

Welche Aufsitzer gibt es?

Moose

Zwar stellen Moose im Grunde nochmal eine eigene Gattung dar, mit ihrer Vielzahl an verschiedenen Einsatzmöglichkeiten werden Moose jedoch fast immer aufgebunden, aufgeklebt oder in Ritzen von Hardscape gesteckt und werden somit wie die folgenden Arten auch zur Begrünung von Hardscape genutzt.

Javamoos

Farne

In der Aquaristik sind vor allem der aus Afrika stammende Kongofarn Bolbitis Heudelotti, sowie der asiatische Java Farn - Microsorum Pteropus im Handel. Von beiden Farn-Arten gibt es Unterarten. Diese unterscheiden sich jedoch lediglich von Aussehen und Größe und werden ansonsten ebenfalls als Aufsitzer eingesetzt.

Rechts im Bild siehst du die Blätter des Javafarn zwischen Ästen hervorkommen.

Bucephalandra (links vorne) und Javafarn (rechts im Bild)

Bucephalandras

Die aus Asien stammenden Bucephalandras gibt es in einer großen Vielfalt und in vielen Farbvariationen. Von Grün über Rot bis Blau-Violett und sogar Weiß gibt es immer mal wieder Arten im Handel. Aufgrund Ihrer Vielzahl und Diversität gibt es einige Sammler die ganze Aquarien nur zur Pflege von verschiedenen Bucephalandra-Arten betreiben.

Hier in der Macro-Aufnahme unsere Bucephalandra sp. mini - Die Blätter sind nur etwa 3-4 mm groß.

Anubias

Anubias sind Bucephalandras sehr ähnlich, wobei Anubias in den meisten Fällen grüne Blätter führen. Im letzten Jahr (2018) kamen vermehrt auch weißliche Anubias auf den Markt. Hierbei handelt es sich unseren Informationen zufolge um einen Gen-Defekt. Anubias sind sehr unverwüstlich. Ihre dicken, harten Blätter eignen sich auch für Barsch-Aquarien. Im Gegensatz zu Bucephalandras gibt es auch deutlich größere Arten mit Blätter von etwa 10cm² Größe.

Nahaufnahme einer zwischen roter Moorkienwurzel und schwarzem Lavastein gesteckte Anubias Petite

Hygrophila Pinnatifida

Die einzige Art aus der Gattung Hygrophila die sich über Hardscape ausbreitet und sich daran ordentlich festklammert.  Mit ihrer ornamentalen Blattform ist die Pinnatifida wirklich eine besondere Aufsitzerpflanze die bei genügend Licht mit einem knalligen Rot aufwarten kann.

Hygrophila Pinnatifida auf Stein

Die richtigen Aufsitzerpflanzen für dein Aquarium finden

Anspruch der Aufsitzer

Die meisten Aufsitzerpflanzen sind eher anspruchslos bis leicht Anspruchsvoll. Lediglich einige wenige Moose wie Riccardia chamedryfolia oder Fissidens Fontanus freuen sich über mittleres bis starkes Licht und profitieren dann auch von einer CO2-Düngung. Zudem benötigt die Hygrophila Pinnatidifa zumindest mittelstarkes Licht. Die Farne, Bucephalandras und Anubias-Arten sind allesamt sehr anspruchslos an Lichtmenge, Düngung und Temperatur.

Aufsitzerpflanzen richtig einsetzen

Vorbereitung

Hast du dir Aufsitzer aus in vitro Kultur gekauft, solltest du dir eine Schale mit lauwarmem Wasser und ein Tablett bereitstellen. Öffne den in vitro Cup und ziehe die Portion vorsichtig heraus. Gelingt das nicht kannst du den Topf auch umdrehen und mit der anderen Hand leicht von unten gegen den Topf klopfen, bis die Portion aus dem Topf in die Hand rutscht.

Nun spülst du unter laufendem Wasser (handwarm) und mit Zuhilfenahme der Fingern oder einer Pinzette zunächst möglichst viel von der Nährlösung ab, die sich noch an den Pflanzen befindet und legst die Portion dann zunächst für 5 Minuten in die Schale mit dem Wasser. Nach dem kurzen Bad spülst du die weiteren Reste der Nährlösung unter dem Wasserhahn ab. Sei dabei gründlich und versuche möglichst viel zu entfernen.

Zumeist kannst du den äußeren Ring des Inhaltes wie eine Lakritz-Schnecke auseinanderziehen. Zerteile die Pflanzenmasse so, dass du möglichst fingerbreite Portionen erhältst. So kannst du aus einem in vitro Topf je nach Pflanzenart 15-30 Setzlinge machen.

Lege dir die Setzlinge in einer Reihe auf das Tablett. So musst du beim Einpflanzen nicht umständlich jeden Setzling drehen. Anhand der Rhizome und Wurzeln solltest du Ober- und Unterseite leicht erkennen können.

Stecken

Viele Aufsitzer kannst du einfach in passenden Lücken stecken. Dabei sollte die Pflanze natürlich nicht zu sehr zerdrückt werden. Anubias und Bucephalandra habe ich persönlich bisher noch nie geklebt und aufgebunden. Auch Moos wie Riccardia chamedryfolia kann man in passende kleine Furchen von Steinen oder in Astlöcher drücken. Farne eignen sich auch oft, um ein Büschel in einer Nische zu befestigen.

Kleben

Mit Pflanzenkleber lassen sich alle Arten befestigen. Da wo es keine Möglichkeit gibt die Aufsitzer in einer Furche zu verankern oder aufzubinden, ist kleben die beste Alternative. An einigen Stellen wie beispielsweise einem Stein an dem Du Farn aufbringen willst, sieht es vielleicht ziemlich doof aus, wenn sich um den Stein 6-7 Fäden zeigen.

HINWEISE

  • Fissidens Fontanus ist sehr anfällig für Kleber. Die im Handel angebotenen Versionen sind oftmals sehr fein. Entweder Fissidens auf ein Stück Filterschwamm aufbinden und diesen dann ankleben, oder direkt aufbinden.
  • Wird Pflanzenkleber nass bevor er getrocknet ist, wird er oftmals sehr schnell weiß. Lass den Kleber etwas antrocknen und halte die Pflanze mit einer Sprühflasche feucht um große weiße Klebeflecken zu vermeiden.

Aufbinden

Große Mengen Moos lassen sich wunderbar um einen Ast binden. Der Vorteil: wenn du das Moos sehr klein zerteilst und dann aufbindest, kannst du überstehende Fransen mit einer Schere abschneiden und das Wachstum des Mooses wird wesentlich gleichmäßiger sein. Farne lassen sich ebenfalls wunderbar aufbinden. Ich persönliche nutze gerne kleine Lavasteine, die ich mit Farn umwickle und dann an nicht einsehbarer Stelle ablege. Die Ausrichtung der Blätter kann dabei einfach beachtet werden.  Angelsehne ist eine beliebte Variante zum Aufbinden. Wesentlich komfortabler, weil weniger rutschig ist ADA Moss Cotton, das sich nach einigen Wochen/Monaten im Aquarium auflöst.

Die richtigen Produkte zum Aufkleben und Aufbinden.

Pflege von Aufsitzerpflanzen

Moose – sollten entweder vorsichtig gezupft oder getrimmt werden. Bei der Variante mit Schere solltest du jedoch, wenn du nicht auf einen sehr wilden Look aus bist und das Moos überall im Aquarium haben willst den Beschnitt direkt absaugen. In jedem Fall den Filter ausschalten, damit die Strömung die kleinen Fetzen nicht im Aquarium verteilt.

Farne, Anubias, Bucephalandra - Können einfach beschnitten werden. Es gab früher die Vermutung das beim beschneiden von Anubias im Aquarium eine giftige Substanz abgegeben wird die für Bewohner schädlich ist. Dies konnte jedoch entkräftigt werden. Bei allen Farnen möglichst darauf achten die alten oder zu langen Blätter möglichst weit unten am Rhizom abzuschneiden oder abzureißen.

Hygrophila Pinnatifida - Kann im Grunde beschnitten werden wie die Farne, Anubias und Bucephalandras. Die Häufigkeit des Beschnitts beeinflusst allerdings die Art des Wuchses. Wird die Pflanze häufig gekürzt wächst sie eher in die Breite als in die Höhe und die Blätter bleiben kleiner.

Vermehren von Aufsitzerpflanzen

Aufsitzer kann man sehr leicht durch aufteilen vermehren. Dazu einfach das Rhizom zerschneiden. Zudem entwickeln sich an den Blattspitzen von Java Farn kleine Ableger die man einfach abziehen kann und auf neue Steine aufbinden kann. Bei manchen Java Farn bleiben schwarze Punkte auf den Blättern zurück die etwas unansehnlich sind. Wenn dich das stört entferne das Blatt einfach wie oben beschrieben.